Der Trauernde erlebt in den ersten Wochen viel Verständnis und sein Umfeld bemüht sich um ihn oder sie. Doch dann, nach ein paar Wochen oder Monaten, erwartet das Umfeld, dass man sich „wieder dem Leben zuwendet“, dass man „loslässt“ und wieder „funktioniert“.
Der Trauernde mag jetzt oft nicht mehr sein Umfeld mit der Trauer belasten. Nicht mehr dauernd weinen oder vom Verstorbenen erzählen. Der Erwartungsdruck, sich endlich wieder normal zu verhalten, ist sehr groß. Und so wird die Trauer und der Schmerz in sich eingeschlossen und nach außen eine Fassade aufgesetzt.
Der gesunde und wichtige Trauerprozess wird hierbei aber gehemmt.
Ein Therapeut, der auch Trauerbegleitung macht, ist in diesen Fällen oft ein „Fels in der Brandung“.
Bei einem Außenstehenden kann sich der Hinterbliebene aussprechen, weinen, klagen, und auch Gefühle ansprechen, die ihr/ihm selber unangenehm sind wie zum Beispiel Wut oder Ärger. Der Trauerbegleiter hält das Trauern aus, er sieht es nicht als etwas, das aufhören muss, sondern als eine gesunde Bearbeitungsstrategie der Seele. Es gibt keine Erwartungen an den Trauernden!
Sollten sich doch einmal beim Verarbeiten des Todesfalles Probleme ergeben, so erkennen die Angehörigen das meistens nicht. Eine professionelle Betreuung kann in diesem Fall ganz gezielt Hilfestellung geben.
Weiterhin kann ein geschulter Begleiter mit diversen Möglichkeiten und Ideen helfen, auch den Alltag wieder nach und nach in den Griff zu bekommen. Denn es ändert sich ja vieles, im Job, in der verbleibenden Familie, im Außen!